2025 / 2026
Rückblick / Ausblick
Mehr als 160 Recherchen, eine globale Wirkungsmacht und die wachsende OPE[R]NTHEK: OPERN∙NEWS zieht zufrieden Bilanz und freut sich über weitere Partnerschaften im neuen Jahr
Stephan Burianek • 01. Januar 2026
Mehr als 160 Texte erschienen im News-Bereich von OPERN∙NEWS im vergangenen Jahr. Die meisten waren Rezensionen vorrangig aus dem deutschsprachigen Raum. Aber manche unserer Autor:innen begaben sich auf abenteuerliche Reisen, wie Willi Patzelt, der im Oktober in die Ukraine fuhr und über eine Ausgrabung in Czernowitz berichtete. Näher lag die Spannung bei Susanne Dressler, die sich als Statistin auf die Bühne der Arena di Verona wagte.
Wir fassen den Opernbegriff bewusst weit und wollen die Begeisterung für klassisches Musiktheater in die Welt tragen. Das betrifft auch neue Sichtweisen auf Klassiker, wie eine überzeugende «Traviata» in Nürnberg, von der Stephan Schwarz-Peters berichtete. Besonders auffällig war das in der Kritik von Daniela Klotz, die in Bonn Peter Konwitschnys verstörende Sicht auf «Die Frau ohne Schatten» mit Begeisterung aufnahm.
Die Redaktion möchte aber auch das Feuer für weniger Bekanntes neu entfachen: Roland H. Dippel sprach mit Sibylle Masanetz über das musikalische Erbe Ihres Mannes Guido Masanetz, mich persönlich begeisterte eine zeitgenössische Kammeroper des ukrainischen Komponisten Maxim Shalygin, Werner Kopfmüller freute sich in Hannover über ein One-Woman-Musical von Georg Kreisler, und Klaus Kalchschmid empfahl in seinem Albenpanorama u.a. eine kroatische Oper über die biblische Judith.
Von Ute Grundmann, die in den vergangenen Jahren mit großer Leidenschaft aus dem Osten Deutschland berichtet hat, mussten wir in diesem Jahr traurig Abschied nehmen. Die Kollegin verstarb kurz vor dem Sommer völlig unerwartet, sie war OPERN∙NEWS von Beginn an eine wichtige Stütze gewesen. Im Mai lieferte sie uns noch eine Rezension zu dem wichtigen Reclam-Buch „Die Musik der Fremde. Komponisten im Exil“ von Michael Haas, aus dem wir dankenswerterweise ein ganzes Kapitel in die OPE[R]NTHEK übernehmen durften.
Natürlich haben wir auch Russland und seine Vertreter:innen weiterhin im Blick. Unsere Recherchen über den russischen Bass Ildar Abdrazakov schlugen auch in diesem Jahr Wellen, wurden vom Team Navalny gewürdigt und von hochrangigen Politiker:innen aufgegriffen (dass Abdrazakov mittlerweile zum Operndirektor auf der Krim ernannt wurde, hat er wahrscheinlich auch uns zu verdanken). Weitere Beiträge zur Kulturpolitik betraf u.a. die Farce um die neue künstlerische Leiterin des Fenice in Venedig.
Dass wir uns nicht einschüchtern lassen, haben wir in der Causa Michael Güttler gezeigt – und wir werden uns auch weiterhin beweisen müssen. Der Anwalt des Dirigenten hat angekündigt, auch gegen unseren vorläufigen „Abschlussartikel“ vorzugehen.
Auch die OPE[R]NTHEK wächst stetig. Wir freuen uns sehr, dass wir mit der Internationalen Stiftung Mozarteum eine weitere hochkarätige Lizenzpartnerin gewonnen haben. Künftig werden sämtliche Opern-Programmhefte der Stiftung, die u.a. die alljährliche Mozartwoche veranstaltet, in unserem Online-Katalog zu finden sein.
Seinen Anspruch, die Kunstform Oper auch abseits unserer journalistischen Tätigkeit zu fördern, wird OPERN.NEWS im Mai dieses Jahres mit einem eigenen Preis unterstreichen, der im Rahmen des Haydn-Gesangswettbewerbs erstmals vergeben wird. Lesen Sie unseren Bericht über das Finalkonzert im vergangenen Juni.
Das alles soll zeigen: Die Förderbeiträge unserer Leser:innen werden sinnvoll eingesetzt, finanziell deckt sich unsere Arbeit aber noch lange nicht. Umso mehr freuen wir uns, wenn Sie Ihr Umfeld auf OPERN∙NEWS aufmerksam machen. Um es mit den Worten von Stephen Fry zu sagen: "Eine unaufgeregte, vernünftige und nicht-ideologische Plattform wie OPERN∙NEWS ist genau das, was wir in meinen Augen brauchen.“
Prosit Neujahr!
Ihr
Stephan Burianek