Buchkritik

Nicht nur „die Frau von...“

Einen anderen Blick auf Leben und Wirken Cosima Wagners liefert – durchaus gelungen – Sabine Zurmühl

Ute Grundmann • 13. September 2022

Buchcover: „Cosima Wagner. Ein widersprüchliches Leben“

Richard Wagners „Liebesnamen“ für seine Frau Cosima füllen 13 Zeilen. Dieser „Ouvertüre“ folgt die „Vorstellung“ der Frau, die bei vielen Wagnerianern verachtet bis ignoriert wird. Autorin Sabine Zurmühl begründet darin zwar, warum es nicht statthaft sei, das Objekt ihrer Biografie bloß beim Vornamen zu nennen – „in einer Biografie über Richard Wagner würde kein Biograf fortwährend von ‚Richard‘ schreiben“.  Nur um sie auf den folgenden 350 Seiten stets „Cosima“ zu nennen, weil sie ihr im Laufe der Beschäftigung mit ihr näher gekommen sei. So beginnt, etwas holprig, der Versuch, Cosima Wagner einmal nicht nur als „Frau von...“ zu sehen, sondern als eigenst&aum…