Deutsche Oper Berlin
Heitere Dystopie
Martin G. Berger brauchte an Alberts Lortzing reaktivierter Parade-Spieloper «Zar und Zimmermann» nur ein wenig schärfen. Und schon hat man einen giftig-burlesken Crashkurs in Weltpolitik
Roland H. Dippel • 21. Juni 2026
Diese Wiedergutmachung am lange kaum präsenten Albert Lortzing wurde unter Jubel und eisernen Buhs gemeistert: Ob nun die Parade-Spieloper durch diese rundum spannende und im Grunde bitterböse Inszenierung wieder den früheren Spitzenplatz im Repertoire erhalten wird, ist fraglich. Bis in die 1980er Jahre war «Zar und Zimmermann» in Deutschland fast immer unter den zwanzig meist gespielten Opern – dann Sense. Nach dem Leipziger Lortzing Festival im Frühjahr 2026 mit Bernd Mottls packender Inszenierung über die entführte Großindustriellen-Tochter «Regina» könnte die schärfende Dialog-Fassung von Martin G. Berger das Interesse allerdings rasant beflügeln. Im 19. Jahrhundert war Lortzings 1837 in Leipzig uraufgef&uu…