Wiener Festwochen

Akku leer

Susanne Kennedy und Markus Selg visualisieren Wagners «Parsifal» mit viel Film und wenig Personenführung, das Ensemble leidet hörbar. Das RSO unter Yi-Chen Lin würde man gerne an einem anderen Ort erleben

Stephan Burianek • 17. Juni 2026

Susanne Kennedy und Markus Selg bieten viel Ablenkung bei statischer Personenführung. In der Bildmitte: Dshamilja Kaiser als Kundry © Nurith Wagner-Strauss

Man darf nicht undankbar sein. Dass die Wiener Festwochen, die vom ursprünglichen Klassikfestival längst zu einem Schauplatz für progressives Sprechtheater und Performance mutiert sind, eine klassische Oper spielen und diese dann nicht einmal musikalisch dekonstruieren, gebührt Anerkennung. Und dass sie mit der zweifelhaften, auch blasphemischen Sitte brechen, diese Oper ansonsten als unkritisch überhöhtes „Bühnenweihfestspiel“ außerhalb der Osterzeit zu zeigen, ebenfalls.

Trotzdem sollte man in der Lage sein, seine persönlichen «Parsifal»-Erfahrungen auszuklammern. Denn wie sich in den vergangenen Jahren schon häufig gezeigt hat, trau…