Staatsoper Stuttgart
Feministisch betrachteter Massenmord
Die historisch verortete, doch inhaltlich entkernte Deutung von Poulancs «Dialogues des Carmélites» lässt Sängerinnen glänzen und ein Regiekonzept verdorren
Sabine Busch-Frank • 31. März 2026
Hätte man aus Marketingaspekten heraus überlegt, welche Opernhandlung im 20. Jahrhundert das Zeug hätte, sich einen Platz im Repertoire zu erobern, dann wäre es diese hier sicher nicht: Eine Geschichte über 16 Nonnen, die sich unter den letzten Zuckungen der Französischen Revolution weigern, ihr Gelübde zu brechen und deshalb enthauptet werden. Zu viele Figuren, zu viele Frauen, und ein rundum abwegiger, noch dazu historischer Plot. Die fein besetzte und aufwendig produzierte Stuttgarter Premiere von Francis Poulencs «Dialogues des Carmélites» belegt einmal mehr, dass Erfolg nicht planbar ist. Das ungewöhnliche Werk, erstmals aufgeführt in Mailand 1957, ist inzwischen t…